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Nesselsucht- Symptome im Überblick

  • Häufigste Nesselsucht-Symptome sind rötliche Hautausschläge mit stark juckenden Erhebungen, sogenannten Quaddeln. Auch tiefe Schwellungen der Haut (Angioödeme) können auftreten – und mitunter lebensbedrohlich sein.
  • Weitere Nesselsucht-Symptome sind Schlafstörungen und psychische Begleiterkrankungen wie Depressionen. Ein Arztbesuch ist immer ratsam – und bei heftigen oder immer wiederkehrenden Beschwerden notwendig.

Die Symptome der Nesselsucht (Urtikaria) sind leicht zu erkennen. Trotzdem wissen etwa zwei Drittel der Betroffenen nicht, was hinter dem unerträglichen Juckreiz, den Schwellungen und den Quaddeln auf der Haut steckt.1

Nesselsucht-Symptome am Körper

Die Erkrankung beginnt meist mit einem ausgeprägten Juckreiz, der bei einigen Betroffenen unerträglich werden kann. Parallel entstehen blassrote oder rote Erhebungen der Haut, ähnlich einem Mückenstich, die dann in größere Quaddeln übergehen können. Um die Quaddeln herum bildet sich eine Rötung, das sogenannte Erythem. In schweren Fällen kann sich sogar ein sogenanntes Angioödem bilden – das sind tiefer im Gewebe gelegene Schwellungen, die bevorzugt im Gesicht und an Hand- oder Fußrücken auftreten

Nesselsucht-Symptome im Detail: Quälender Juckreiz

Die Nesselsucht ist eine der unangenehmsten Hautkrankheiten, da die Nesselsucht-Symptome von einem quälenden Juckreiz (lat. Pruritus) angeführt werden, der sich anfühlt wie nach einem Brennnessel-Kontakt. Häufig sind die Betroffenen durch den Juckreiz stark beeinträchtigt: Schlafmangel und Konzentrationsstörungen am Arbeitsplatz sind die Folge. Fast alle Nesselsucht-Patienten haben das ständige Verlangen, sich zu kratzen. Chronische Formen der Nesselsucht führen häufig zu psychischen Begleiterkrankungen wie Depressionen oder Angstzuständen und im schlimmsten Fall sogar zu Suizidgedanken.2

Nesselsucht-Symptome am Körper

Quaddelbildung ist ein typisches Symptom der Nesselsucht

Typisches Symptom ist Quaddelbildung

Auch die plötzlich entstehenden Rötungen auf der Haut, denen dann blassrote Erhebungen, sogenannte Quaddeln, folgen, gehören zu den typischen Nesselsucht-Symptomen. Diese wandernden und juckenden Schwellungen der oberen und mittleren Lederhaut (Dermis) können mit einem Brennen einhergehen und sind gut sichtbar und tastbar.3

Die Quaddeln können klein wie Stecknadelköpfe, münzgroß, aber auch so groß wie ein Handteller sein. In leichten Fällen ist die Quaddelbildung auf kleine Hautareale beschränkt – in schwereren Fällen können sich die Quaddeln auf große Hautflächen ausdehnen. Im Normalfall klingen die Quaddeln innerhalb von 24 Stunden wieder ab, ohne Narben oder Spuren zu hinterlassen. Sie können jedoch an einer anderen Körperstelle gleich wieder auftreten.

Weitere Nesselsucht-Symptome:
Angioödeme lassen die Haut anschwellen

Angioödem im Gesicht

Zusätzlich kann eine plötzliche und schmerzhafte Schwellung tieferer Hautschichten (untere Dermis und Subkutis) auftreten, die als Angioödem bezeichnet wird.3 Angioödeme kann man an den großflächigen, unscharf begrenzten tiefen Schwellungen erkennen. Dieses Nesselsucht-Symptom tritt bei einigen Nesselsucht-Erkrankten gleichzeitig mit Juckreiz und Quaddelbildung auf, kann aber mehrere Tage anhalten.

Bei wenigen Betroffenen treten ausschließlich Angioödeme auf. Häufig entstehen diese tiefen Schwellungen im Gesicht oder an Kopf, Hals und Armen. Wenn Augenlider oder Lippen stark anschwellen, ist das besonders unangenehm und kann dazu führen, dass die Betroffenen nicht mehr arbeiten können und das Haus nicht verlassen wollen.2 Sind die Atemwege und der Kehlkopf vom Angioödem betroffen, kann es zu einer lebensbedrohlichen Atemnot kommen.

Im akuten Stadium der Erkrankung klingen die Nesselsucht-Symptome im Normalfall innerhalb eines Tages von selbst ab. Wenn jedoch ein chronischer Verlauf vorliegt, können die Symptome der Urtikaria mitunter über Jahre hinweg bestehen bleiben oder immer wiederkehren.

Quellen
1 Internetseite der ECARF – Europäische Stiftung für Allergieforschung. http://www.ecarf.org. Zugriff am 10. April 2014.
2 Maurer M, Weller K, Bindslev-Jensen C, et al. Unmet clinical needs in chronic spontaneous urticaria: A GA(2)LEN task force report. Allergy 2011; 66:317–330.
3 Zuberbier T et al., Allergy 2009; 64(10):1417-1426.