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Nesselsucht – Wenn soziale Kontakte und Beziehungen leiden

  • Nesselsucht kann dazu führen, dass soziale Kontakte zu Freunden, Arbeitskollegen und anderen Menschen gemieden werden. Symptome wie Juckreiz, Quaddelbildung und Hautschwellungen schränken die Lebensqualität der Betroffenen ein und führen nicht selten zu sozialer Isolation.
  • Häufig erschweren die Symptome der Nesselsucht auch die Partnerschaft der Betroffenen – Schamgefühle und Unsicherheit können das Miteinander belasten und dazu führen, dass Körper- und Sexualkontakte vermieden werden. Wer darunter leidet, sollte sich Hilfe von außen holen.

Beziehungen zu anderen Menschen sind wichtig für die Lebensqualität. Ganz gleich, ob Familie, Freunde, Partner oder Kollegen – der Austausch und das Zusammensein mit anderen Menschen ist essenziell für alle Menschen. Personen, die an Nesselsucht leiden, meiden häufig soziale Kontakte und rutschen leicht in die Isolation.

Die Auswirkungen der Nesselsucht gehen weit über körperliche Symptome hinaus

Nesselsucht kann neben den körperlichen Symptomen auch gravierende Folgen für die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Erkrankten haben. Viele Betroffene fühlen sich im Alltag durch Juckreiz, Quaddeln und Schwellungen erheblich eingeschränkt.

Der Grund: Die Ausschläge können urplötzlich und jederzeit auftreten. Wer an chronischer Nesselsucht leidet, kann Verabredungen deshalb oft nicht einhalten. Alltagspläne stehen stets auf der Kippe, da man nicht weiß, ob die Haut zu einem bestimmten Zeitpunkt beschwerdefrei sein wird.

Hinzu kommen die vielen möglichen Auslöser: Sonnenlicht, Schwitzen, Kälte, Wärme, bestimmte Lebensmittel und mechanische Reize wie Reibung und Druck auf der Haut.

Ob Fitnessstudio, Schwimmausflüge, Spaziergänge oder Restaurantbesuche: Viele Lebenssituationen, die von Menschen ohne Nesselsucht problemlos gemeistert werden, stellen für Menschen, die unter Nesselsucht leiden, eine echte Herausforderung dar.

Aus diesem Grund beeinträchtigt die Nesselsucht häufig auch soziale Kontakte, etwa zu Freunden und Arbeitskollegen, aber auch die Beziehung zum Partner.

Wer schon einmal wegen einer allergischen Reaktion oder einer Medikamentenunverträglichkeit mit einer prall geschwollenen Lippe (Angioödem) aufgewacht ist und beim Blick in den Spiegel einen Schreck bekommen hat, kann das vielleicht nachvollziehen.

Isolation und Einsamkeit können die Folge einer chronischen Nesselsucht sein.

Damit es nicht dazu kommt, sollten Menschen mit Nesselsucht und ihre Angehörigen, Partner und Freunde miteinander offen über die Auswirkungen der Erkrankung sprechen.

Im Zweifel kann es hilfreich sein, sich an den behandelnden Arzt, an psychologische Beratungsstellen oder Patientenselbsthilfeorganisationen zu wenden.

Nesselsucht führt häufig zu Problemen am Arbeitsplatz

Da der Juckreiz bei den chronischen Formen der Nesselsucht vor allem abends und nachts auftritt und Bettwärme und Reibung den Juckreiz verstärken können, kommt es bei vielen Betroffenen zu schlaflosen Nächten.2

Durch quälenden Juckreiz und Schlafmangel wird die Konzentrationsfähigkeit vermindert, das kann zu Problemen am Arbeitsplatz führen. Auch häufigere Krankschreibungen als bei Nichtbetroffenen können zu Spannungen mit Kollegen und dem Chef führen.

Wenn Nesselsucht die Beziehung belastet

Auch in einer Beziehung können die Nesselsucht-Symptome zu einer Belastungsprobe werden. Gerade im intimen Kontakt kommt es womöglich zu Schamgefühlen und Ängsten – die Betroffenen fühlen sich unwohl in ihrer Haut und meiden den Körperkontakt mit dem Partner.

Auf der anderen Seite sind auch die Partner der Betroffenen oft verunsichert und manchmal überfordert mit dem Befinden des an Nesselsucht erkrankten Lebensgefährten. Hier hilft nur das offene Gespräch, um Vorurteile, Schamgefühle und Unwohlsein im Kontakt mit dem Partner zu vermeiden.

Quellen:

1 Maurer M et al. Unmet clinical needs in chronic spontaneous urticaria: A GA(2)LEN task force report. Allergy 2011; 66:317–30.
2 Yosipovitch G. et al., „Clinical characteristics of pruritus in chronic idiopathic urticaria“, Br J Dermatol (2002); 147:32 – 36.