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Nesselsucht: Yoga und andere Entspannungsverfahren können helfen

  • Bei chronischer Nesselsucht können Yoga und andere Entspannungstechniken den Betroffenen dabei helfen, psychische Belastungen zu reduzieren.
  • Mediziner glauben, dass Stress den quälenden Juckreiz verstärken oder sogar auslösen kann. Bei Nesselsucht kann Yoga deshalb Schlafstörungen und Depressionen entgegenwirken. Lediglich Bikram-Yoga dürfte für Betroffene nicht empfehlenswert sein.

Besonders die chronischen Formen der Nesselsucht können die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken und Stress verursachen. Zudem kann Stress selbst die Urtikaria-Symptome auslösen oder die Beschwerden verschlechtern. Neben einer medikamentösen Behandlung der Nesselsucht-Symptome können zusätzlich Yoga und andere Entspannungstechniken eingesetzt werden, um Stress abzubauen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Bei Nesselsucht kann Yoga helfen, Stress abzubauen

Yoga entspannt und hilft, Stress abzubauen

In Deutschland leiden etwa 800.000 Menschen an einer chronischen Form der Nesselsucht. Die Symptome wie extremer Juckreiz, Rötungen, Quaddeln und Schwellungen der Haut sind für die Betroffenen eine starke Belastung. Tagsüber leiden sie an Konzentrationsproblemen, nachts an Schlafmangel. Die Schwellungen der Haut, die sogenannten Angioödeme, können zudem dazu führen, dass Betroffene nur ungern aus dem Haus gehen.

Nesselsucht ist Stress pur – und führt in vielen Fällen in die soziale Isolation.2

Deshalb ist es hilfreich, wenn die Betroffenen über eine Möglichkeit verfügen, den Stress abzubauen. Besonders Yoga, die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen und autogenes Training sind geeignet, Stress abzubauen und so einen positiven Einfluss auf die belastenden Beschwerden auszuüben.

Drei Methoden, die die Entspannung fördern

1. Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen:

Bei dieser Methode wird durch eine bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen eine Entspannung des gesamten Körpers erzielt. Bei Schlafstörungen und Stress kann die progressive Muskelentspannung eine Entspannungstechnik sein, die die Betroffenen leicht erlernen können.

Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen

2. Yoga:

Es gibt verschiedene Yoga-Arten, von denen die meisten für Menschen mit Nesselsucht geeignet sind um Stress abzubauen. Lediglich das Bikram-Yoga ist für Menschen mit Nesselsucht eher nicht zu empfehlen, da die Übungen bei dieser Yoga-Form in einem heißen Raum (35-40°C) ausgeführt werden.

Yoga bei Nesselsucht meistens geeignet

3. Autogenes Training:

Mit dieser Entspannungstechnik kann man sich durch verschiedene Übungen, die in einer bestimmten Reihenfolge ausgeführt werden, fast überall wirkungsvoll entspannen. Zu den Grundübungen des autogenen Trainings zählen die sogenannte Schwereübung, die Wärmeübung und die Atemübung.

Autogenes Training

Nesselsucht: Yoga kann helfen, die Nesselsucht-Symptome zu verbessern

Dass sich die Nesselsucht und andere Hauterkrankungen auf die Psyche auswirken, ist seit Langem bekannt. Der quälende Juckreiz und die sichtbaren Rötungen können die Lebensqualität stark einschränken und zu Schlafstörungen und Begleiterkrankungen wie Depressionen oder Angstzuständen führen.3

Dass aber auch psychische Probleme sprichwörtlich „unter die Haut gehen“, wurde in der Vergangenheit nur wenig beachtet. Mittlerweile werden bei der Behandlung der chronischen Nesselsucht aber auch psychosomatische Zusammenhänge beachtet.

Durch Entspannungstechniken lässt sich das Beschwerdebild in vielen Fällen positiv beeinflussen, heilen lässt sich die Nesselsucht mit Entspannungstechniken oder psychosomatischen Therapieansätzen indes nicht.

Mit Entspannungstechniken die Beschwerden positiv beeinflussen

Juckreiz und Quaddelbildung bei Nesselsucht können durch Yoga, progressive Muskelentspannung nach Jacobsen sowie autogenes Training durch die Betroffenen selbst aktiv beeinflusst werden.

Wichtig ist, dass die Entspannungsmethoden auch regelmäßig im Alltag praktiziert werden – lediglich einen Kurs mit zehn Stunden zu buchen wird nicht ausreichen, um dauerhaft besser mit Stresssituationen und innerer Anspannung umzugehen.

Quellen:
1 Internetseite der ECARF – Europäische Stiftung für Allergieforschung. http://www.ecarf.org. Zugriff am 31. Mai 2017.
2 Maurer M, Weller K, Bindslev-Jensen C, et al. Unmet clinical needs in chronic spontaneous urticaria: A GA(2)LEN task force report. Allergy 2011;66: 317–330.
3 O’Donnel BF et al. The impact of chronic urticaria on the quality of life. Br J Dermatol 1997;136: 197-201.