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Schlafstörungen durch Nesselsucht kann die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen

  • Bei Nesselsucht sind Schlafstörungen ein häufiges Begleitsymptom, da die stark juckenden Quaddeln verstärkt in den Abend- und Nachtstunden auftreten. Im Schlaf lösen bereits minimale Reizungen der Haut, etwa durch unbewusstes Reiben, heftige Juckreiz-Schübe aus.
  • Wer an einer Schlafstörung durch Nesselsucht leidet, sollte sich unbedingt ärztlichen Rat holen, um psychischen Folgeerkrankungen und beruflichen Nachteilen rechtzeitig entgegenzuwirken.

Eine Schlafstörung durch Nesselsucht (Urtikaria) ist eine relativ häufige Begleiterscheinung dieser Hauterkrankung. Schlafstörungen beeinträchtigen die wichtige körperliche und geistige Regeneration während der Nacht. Natürlich beeinflussen die Symptome der Nesselsucht die Konzentrationsfähigkeit auch am Tage. Welche Folgen hat eine Schlafstörung durch Nesselsucht?

Schlafstörung durch Nesselsucht – was sind die Ursachen?

Frau kann nicht schlafen

Eine Schlafstörung bei Nesselsucht wird hauptsächlich durch den starken Juckreiz (Pruritus) ausgelöst, den die Hauterkrankung verursacht. Der Juckreiz tritt besonders bei den chronischen Formen der Nesselsucht verstärkt in den Abend- und Nachtstunden auf.1

Im Schlaf können bereits minimale Reizungen der Haut, etwa durch unbewusstes Reiben, extreme Juckreiz-Schübe auslösen. Das ständige Verlangen, sich zu kratzen, sorgt bei Betroffenen für schlaflose Nächte.2

Deshalb verursachen vor allem die langwierigen chronischen Verlaufsformen der Nesselsucht erheblichen Stress.

Neben dem quälenden Juckreiz können auch psychische Belastungen bei Nesselsucht zu einer Schlafstörung führen, die z.B. durch die unansehnlichen Hautveränderungen hervorgerufen werden. Viele Patienten fühlen sich von ihren Mitmenschen stigmatisiert. Stress wiederum wird als ein möglicher Auslöser oder Verstärker der Nesselsucht angesehen.3

Schlafstörung durch Nesselsucht – was sind die Auswirkungen?

Eine Schlafstörung durch Nesselsucht kann sowohl bei der akuten als auch bei der chronischen Form der Hautkrankheit auftreten. Bei der chronischen Form leiden die Patienten an etwa drei Nächten pro Woche an Schlaflosigkeit.4 Gelegentliche Schlafstörungen wirken sich nur auf die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit am kommenden Tag aus. Eine chronische Schlafstörung hingegen, wie sie durch Nesselsucht-Symptome verursacht werden kann, kann zu anhaltenden Erschöpfungs- und Ermüdungszuständen führen.

Schlaflosigkeit in drei Nächten pro Woche

Es wird von Fachleuten auch für möglich gehalten, dass psychische Erkrankungen wie Depressionen aufgrund einer Schlafstörung durch Nesselsucht verstärkt auftreten können. Statistiken zeigen außerdem, dass Urtikaria-Patienten, die zusätzlich an einer Depression erkrankt sind, unter besonders starkem Juckreiz leiden.5

Nesselsucht mindert häufig auch die Konzentrationsfähigkeit

Der teilweise sehr starke, durch eine Nesselsucht induzierte Juckreiz mit einem Drang zum Jucken oder Kratzen macht es für das Gehirn schwer, sich länger auf eine bestimmte Aufgabe zu fokussieren. Dies führt zu Konzentrationsstörungen und kann zum Beispiel zu Problemen am Arbeitsplatz oder in der Schule führen. Insgesamt führt die Hauterkrankung bei über 50 Prozent der Betroffenen zu mangelnder Konzentrationsfähigkeit. Eine durch die Nesselsucht hervorgerufene Schlafstörung trägt zu der Fahrigkeit am Tage bei und macht den Menschen reizbar und schlecht gelaunt. Schlafmangel ist allgemein als ein wesentlicher Auslöser für Konzentrationsstörungen bekannt.2

Nesselsucht am Arbeitsplatz

Quellen:
1 Yosipovitch G. et al., „Clinical characteristics of pruritus in chronic idiopathic urticarial”, Br J Dermatol (2002); 147:32 – 36.
2 Internetseite des UNEV – Urtikaria Network e.V.: Wenn die Haut wie Feuer brennt: Was heißt hier Juckreiz? URL: http://www.urtikaria.net/de/ueber-urtikaria/ueberblick.html. Zugriff am 31. Mai 2017.
3 Internetseite des UNEV - urticaria network e.V.: Akute Spontane Urtikaria – Beschwerden. URL: http://www.urtikaria.net/de/formen-der-urtikaria/spontane-urtikaria/akute-spontane-urtikaria.html. Zugriff am 31. Mai 2017.
4 M. Maurer, J.-P. Ortonne, T. Zuberbier: Chronic urticaria: an internet survey of health behaviours, symptom patterns and treatment needs in European adult patients. In: British Journal of Dermatology, 2009:160, S. 633-641
5 Weller, K. et al., „Chronische Urtikaria“, Der Hautarzt (2010); 61:750 – 757.