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Was das Blutbild bei Nesselsucht verrät

  • Der Hautarzt untersucht bei der Diagnose der Nesselsucht das Blutbild des Patienten. Vor allem bei spontanen Formen, die ohne erkennbare Auslöser auftreten, gehört die Blutbild-Analyse zur Routineuntersuchung.
  • Stecken Infektionen hinter der Nesselsucht, kann das Blutbild entscheidende Hinweise auf entzündliche Prozesse im Körper geben. Untersucht werden die weißen Blutkörperchen, die Blutsenkungsgeschwindigkeit und ein mögliches Vorkommen des sogenannten C-reaktiven Proteins.

Die Suche nach Krankheitsursachen ist Voraussetzung für eine gezielte Behandlung der chronischen spontanen Nesselsucht. Die Blutbild-Analyse ist Teil der Routineuntersuchung und vertiefender Diagnosemaßnahmen. Denn im Blut können unerkannte Erkrankungen entdeckt werden, die den Nesselausschlag begünstigen.

Die Untersuchung des Blutbilds ist eine diagnostische Maßnahme bei chronischer spontaner Urtikaria. Der Arzt schaut bei Patienten mit Nesselsucht im Blutbild nach möglichen Gründen für die Hauterkrankung. Denn sein Ziel ist es, die Beschwerden nicht nur symptomatisch, sondern auch ursächlich zu behandeln.

Die Ursachensuche mithilfe einer Laboruntersuchung des Blutbilds ist gerechtfertigt, wenn:

  • …das Krankheitsbild der Nesselsucht chronisch ist, also innerhalb eines Zeitraums von sechs Wochen nicht vollständig abheilt.
  • …wenn das Krankheitsbild spontan ist, also die Symptome nicht auf einen lokalisierbaren und reproduzierbaren Reiz zurückgeführt werden können und somit keine induzierbare Krankheitsform vorliegt.

 

Laboruntersuchung des Blutbilds

Um eine geeignete Behandlung für die chronische spontane Urtikaria zu finden, sucht der Arzt in einer mehrstufigen Untersuchung nach möglichen Ursachen und auslösenden Faktoren für den hartnäckigen Krankheitsverlauf.

 

Infektionen als Ursache der Nesselsucht? Das Blutbild bringt Klarheit

Weiße Blutkörperchen  im Differenzialblutbild

Im Rahmen der Routineuntersuchung im ersten Diagnoseschritt forscht der Arzt zur Abklärung der Nesselsucht im Blutbild zunächst nach unerkannten Infektionen:1

  • Im Differenzialblutbild werden die unterschiedlichen Formen der weißen Blutkörperchen bestimmt und gezählt. Das Ergebnis lässt auf mögliche Infektionen und Entzündungen schließen, die Nesselsucht auslösen können.
  • Eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit weist ebenfalls auf unerkannte entzündliche Erkrankungen hin.
  • Als Indikator für versteckte entzündliche Prozesse im Körper gilt auch das C-reaktive Protein. Es wird von der Leber ausgeschüttet und ein Anstieg des Vorkommens im Blut lässt auf einen Infektionsherd schließen.

Vertiefte Ursachenforschung bei Nesselsucht: Das Blutbild gibt Auskunft

Eine vertiefte Nachforschung folgt, wenn die Suche nach Ursachen einer chronischen spontanen Nesselsucht im Blutbild des Routinechecks zusätzlichen Klärungsbedarf ergibt. Dabei hilft eine gezielte Untersuchung des Blutes, weitere begünstigende Faktoren näher zu bestimmen.2 

Der Arzt will so herausfinden, ob…

  • …Autoimmunreaktionen für den Nesselausschlag verantwortlich sind.
  • …Schilddrüsenerkrankungen als Ursache infrage kommen.
  • …eine echte allergische Reaktion, beispielsweise gegen Nahrungsmittel, das Krankheitsbild verursacht.
  • …sich Antikörper gegen bakterielle Infektionen oder Viruserkrankungen gebildet haben.

Ursachenforschung bei Nesselsucht

Quellen:
1 Patientenleitlinie Urtikaria des Global Allergy and Asthma European Network (GA2LEN). http://urticariaday.org/uber-urtikaria/patientenleitlinie-urtikaria/. Zugriff am 31. Mai 2017.
2 Internetseite des UNEV - urticaria network e.V.: Chronische Spontane Urtikaria – Untersuchungen. URL: http://www.urtikaria.net/de/fuer-betroffene/tipps-tricks.html. Zugriff am 31. Mai 2017.