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Nesselsucht bei Kindern: Was können Eltern tun?

  • Nesselsucht bei Kindern wird in den meisten Fällen durch Infekte wie Grippe, Mittelohroder Rachenentzündungen ausgelöst. Aber auch Unverträglichkeiten gegen Nahrungsmittel oder Arzneistoffe kommen als Ursache infrage.
  • Oft tritt die Nesselsucht bei Kindern einmalig und kurz auf. Dennoch sollten Eltern bei Symptomen wie Hautrötungen, Juckreiz und Quaddeln zeitnah einen Arzt aufsuchen. Bei zusätzlicher Atemnot oder Kreislaufschwäche muss sofort der Notarzt gerufen werden.

Häufigste Ursachen der Nesselsucht bei Kindern sind Infektionen oder Nahrungsmittelallergien. Im frühen Kindesalter verläuft die Erkrankung meist akut1. Tritt der Ausschlag gemeinsam mit Atemnot und Kreislaufschwäche im Rahmen einer allgemeinen allergischen Reaktion auf, ist eine sofortige notärztliche Versorgung erforderlich – denn Schwellungen des Rachenraums können lebensbedrohlich sein.

Die Nesselsucht tritt bei Kindern recht häufig auf, wenn auch seltener als bei Erwachsenen. Bis zu einem Alter von 18 Jahren leiden etwa 15 bis 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen mindestens einmal unter den Beschwerden einer Urtikaria. Der Hautausschlag erscheint meist unerwartet. Das Wohlbefinden der Kinder ist durch Quaddeln, Rötungen und Juckreiz oft stark beeinträchtigt. Gelegentlich entstehen Angioödeme, oft als Schwellungen im Gesicht.2

Die Nesselsucht bei Kindern ist zwar belastend, aber ungefährlich, solange das Krankheitsbild sich auf die Haut beschränkt. Neben dem Nesselausschlag können sich bedrohliche Symptome wie Atemnot oder Kreislaufschwäche zeigen, die dringend ärztlich behandelt werden müssen.2

Kind beim Arzt

Ursachen der Nesselsucht bei Kindern

Nesselsucht bei Kindern meist akut

Im frühen Kindesalter verläuft die Urtikaria meist akut und heilt innerhalb weniger Tage ohne ärztliche Behandlungab.1 Chronische Erkrankungsformen spielen erst im späteren Kindesalter zunehmend eine Rolle.

Die Urtikaria kann aus unterschiedlichen Gründen entstehen:2

  • In den meisten Fällen geht eine Nesselsucht bei Kindern auf Infektionen zurück. Der Ausschlag begleitet beispielsweise grippale Infekte, Mittelohrentzündungen oder Rachenentzündungen.
  • Als pseudoallergische Reaktion rufen Medikamente, Konservierungs- oder Farbstoffe den Nesselausschlag bei Kindern hervor.
  • Gelegentlich entsteht das Krankheitsbild durch äußere Einwirkung von Wärme, Kälte, Licht oder Druck.
  • Ein hartnäckiger Nesselausschlag bei Kindern kann durch Wurm- oder Parasitenbefall verursacht werden.

Diagnose und Behandlung der Nesselsucht bei Kindern

Eine ausführliche Untersuchung der Nesselsucht bei Kindern ist nicht nötig, wenn das Krankheitsbild akut auftritt, etwa wenn der Hautausschlag einmalig einen Infekt begleitet. Es gilt jedoch: Eine Abklärung durch den Arzt ist erforderlich, wenn die Nesselsucht häufiger und länger andauernd auftritt.

Während bei Erwachsenen gilt, dass sie spätestens dann zum Arzt gehen sollten, wenn die Nesselsucht sechs Wochen oder länger auftritt, sollten Kinder mit Nesselsucht früher untersucht werden: Treten bei einem Kind Nesselsucht-typische Symptome wie Hautrötungen, Juckreiz und Quaddeln auf, sollten sich die Eltern möglichst zeitnah ärztlichen Rat einholen. So wird die bestmögliche Behandlung der oft kaum erträglichen Symptome gewährleistet – und frühzeitig die ärztliche Diagnose unterstützt, die erste Hinweise auf Auslöser der Nesselausschläge liefern kann.

Notfallmedikation bei Atemnot und allergischen Schocks

Für die Behandlung der Nesselsucht bei Kindern stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Beschwerden einer örtlich begrenzten Nesselsucht lassen sich lokal lindern. Hilfreich ist Kühlung mit Coldpacks oder das Auftragen von Schüttelmixturen mit Menthol und Polidocanol.1
  • Betrifft die Urtikaria einen größeren Körperbereich, kann eine Behandlung mit Antihistaminika hilfreich sein.
  • Bei bekannten Allergien gegen Nahrungsmittel oder Insektengifte wird die verordnete Notfallmedikation eingesetzt.
  • Treten zusätzlich zur Nesselsucht bei Kindern Atemnot oder Kreislaufschwäche ein, ist sofort ärztliche Hilfe nötig.
  • Bekannte Verursacher der Urtikaria müssen gemieden werden.

Medikamente bei starken Symptomen

Quellen:
1 Dietrich Abeck, Christina Schnopp: Urtikaria-Management im Kindesalter; in: Pädiatrische Allergologie in Theorie und Praxis 3/2005; Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) e.V. Download: http://www.gpau.de/fileadmin/user_upload/GPA/dateien_indiziert/Zeitschriften/GPA_2005_3-05.pdf. Zugriff am 31. Mai 2017.
2 Peter J. Fischer: Akuter Nesselausschlag – Was tun? Elternratgeber der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPAU); Pädiatrische Allergologie 16 3/2013 Download: https://www.gpau.de/fileadmin/user_upload/GPA/dateien_indiziert/Elternratgeber/ER_2013_1-13.pdf. Zugriff am 31. Mai 2017.