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Ist Nesselsucht ansteckend – oder gefährlich? Häufige Fragen und Antworten

  • Die Hautkrankheit Nesselsucht ist weit verbreitet, aber viele Betroffene wissen vor ihrem ersten Arztbesuch nicht, woran genau sie erkrankt sind.
  • Besonders häufige Fragen sind, ob Nesselsucht ansteckend, gefährlich, heilbar oder vererbbar ist. Die medizinische Forschung beantwortet alle gleich: mit nein.

Ob Nesselsucht ansteckend ist, fragen sich viele Menschen, die an den juckenden Quaddeln erkranken. Zu den häufigsten Fragen gehört auch, ob Nesselsucht gefährlich, heilbar oder vererbbar ist. Hier haben wir die Antworten zusammengefasst.

Ist Nesselsucht ansteckend?

Nein. Zwar fürchten einige Betroffene zunächst, dass Nesselsucht ansteckend sein könnte. Der juckende Hautausschlag wird jedoch nicht durch Krankheitserreger verursacht.

Allerdings können Infektionen mit Bakterien, Viren und anderen Erregern bei einigen Menschen bewirken, dass die Quaddeln und der Juckreiz als Begleiterscheinung des Infekts auftreten.

Aber auch bei dieser sogenannten Infekt-Urtikaria ist ausgeschlossen, dass die Symptome der Nesselsucht ansteckend sind. Möglicherweise muss aber die auslösende, oft unentdeckte Infektion im Körper ärztlich behandelt werden.

Ist Nesselsucht gefährlich?

Normalerweise nicht. Der heftige Juckreiz und die Quaddeln sind zwar äußerst unangenehm und können auf Dauer mitunter zu psychischen Begleiterkrankungen wie Depressionen führen.1 Doch nur in seltenen Fällen kann Nesselsucht akut gefährlich werden: Wenn etwa Schwellungen der tieferen Hautschichten (Angioödeme) des Rachenraums hinzukommen und zu akuter Atemnot führen. Auch Kreislaufprobleme müssen mitunter notärztlich behandelt werden.

Ist Nesselsucht heilbar?

Nesselsucht ist nicht heilbar, nicht im eigentlichen Sinn: Die heute verfügbaren Medikamente bewirken nicht, dass der Körper von der Nesselsucht befreit wird. Aber sie unterdrücken bei vielen Betroffenen die Symptome so effektiv, dass sie wieder frei von juckenden Quaddeln leben können.

Werden konkrete Auslöser identifiziert, etwa bestimmte Lebensmittel, Medikamente oder physikalische Reize wie Wärme, Kälte, Sonnenlicht und Druck, so führt das Meiden dieser sogenannten Triggerfaktoren ebenfalls dazu, dass die quälenden Beschwerden nicht mehr auftreten. In diesem Sinn ist Nesselsucht also heilbar.

Es steht jedoch fest: In der Regel heilt sich der Körper aus bislang unerklärlichen Gründen selbst – bei der akuten Urtikaria meist nach wenigen Tagen, bei der chronischen Form nach mehreren Wochen, Monaten oder erst nach Jahren.2

Ist Nesselsucht vererbbar?

Nein – keine bisherige Studie deutet darauf hin, dass Nesselsucht vererbbar ist. Auch ein Auftreten bei mehreren Familienmitgliedern bedeutet nicht, dass Nesselsucht vererbt wurde. Wenn etwa Mutter und Sohn an der Hautkrankheit leiden, liegt dies daran, dass sie sehr häufig vorkommt – etwa jeder vierte Erwachsene erkrankt einmal im Leben an den juckenden Quaddeln3 – und nicht daran, dass Nesselsucht vererbbar oder anderweitig übertragbar ist (siehe oben unter „Ist Nesselsucht ansteckend?“).

Nur eine Ausnahme gibt es: Bei der extrem seltenen aquagenen Urtikaria (auch Wasser-Urtikaria) kommen neuere Untersuchungen mit Zwillingen zu dem Ergebnis, dass die Krankheit erblich sein könnte.4

Quellen:

1 Maurer M, Weller K, Bindslev-Jensen C, et al. Unmet clinical needs in chronic spontaneous urticaria: A GA(2)LEN task force report. Allergy 2011;66:317–330.
2 Informationsflyer "Nesselsucht" des ACC und des European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF). URL: https://www.allergie-centrum-charite.de/fileadmin/documents/sprechstundenflyer_2011/flyer_urtikaria_nesselsucht.pdf. Zugriff am 16. Oktober 2017.
3 Internetseite des UNEV - urticaria network e.V.: Was ist eigentlich… eine Urtikaria? URL: http://www.urtikaria.net/de/ueber-urtikaria/ueberblick.html. Zugriff am 31. Mai 2017.
4 Anneke C. Kai, Carsten Flohr: Aquagenic urticaria in twins. URL: http://www.waojournal.org/content/6/1/2. Zugriff am 31. Mai 2017.