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Dauerhafte Symptomfreiheit sollte für jeden Patienten das Ziel der Therapie bei Urtikaria (Nesselsucht) sein. Bewährt haben sich einerseits Antihistaminika der 2. Generation, da sie die kaum erträglichen Symptome lindern können und – im Gegensatz zu früher – nicht mehr müde machen. Allerdings helfen Antihistaminika nur etwa 50 Prozent der Patienten mit chronischer spontaner Nesselsucht. Wenn Antihistaminika nicht helfen, können Patienten mit ihrem Hautarzt über weitere Behandlungsoptionen (z.B. Biologika) sprechen.

Die Nesselsucht-Therapie soll Beschwerden möglichst stoppen

Die Nesselsucht-Therapie erfolgt durch den Hautarzt (Dermatologe). Zwar ist es bislang nicht möglich, eine chronische Urtikaria zu heilen – doch es gibt verschiedene effektive Möglichkeiten der Behandlung:

  • Das Meiden bekannter Auslöser – die Identifizierung der Auslöser gelingt jedoch nur bei wenigen der rund 800.000 Menschen in Deutschland, die an chronischer spontaner Urtikaria (csU) erkrankt sind.
  • Medikamente als Nesselsucht-Therapie – der Hautarzt verordnet je nach Schwere, Form und bisheriger Behandlung Wirkstoffe wie Antihistaminika oder Biologika mit dem Ziel, Quaddeln, Jucken und Angioödeme komplett zu unterdrücken und den Patienten dauerhaft von den Beschwerden zu befreien.

Laufende klinische Studien im Bereich Urtikaria (Nesselsucht)

Neben den bereits zugelassenen Wirkstoffen werden ständig Medikamente neu- oder weiterentwickelt.

Informationen zu aktuellen Urtikaria-Studien von Novartis und zur Studienteilnahme finden Sie hier.

Was tun gegen Nesselsucht – wann zum Hautarzt?

Aufgrund der typischen Symptome können Patienten eine Urtikaria meist gut von anderen Hauterkrankungen abgrenzen – zum Beispiel mithilfe des Urtikaria-Selbsttests.

Allerdings: Der Urtikaria-Selbsttest kann einen ersten Hinweis geben, doch grundsätzlich sollten Betroffene heftigen Juckreiz, Hautrötungen und Schwellungen von einem Facharzt untersuchen lassen.

Außerdem können Angioödeme, tiefere Schwellungen in der Haut, auftreten. In manchen Fällen lassen sie die Schleimhäute im Rachenraum anschwellen und können die oberen Atemwege verengen – deshalb gilt: Wenn zu den Hautveränderungen Komplikationen wie Atemnot oder Schluckbeschwerden hinzukommen, darf der Arztbesuch keinesfalls aufgeschoben werden.

Auch wenn die Beschwerden länger als sechs Wochen anhalten, ist eine Nesselsucht-Behandlung unter ärztlicher Anleitung auf jeden Fall erforderlich.

Denn eine chronische Nesselsucht kann erhebliche Folgen für die Lebensqualität haben.

Urtikaria-Therapie beim Hautarzt – damit die Beschwerden aufhören

Zielgerichtete Nesselsucht-Therapien sind für viele Patienten ein Grund zur Hoffnung. Denn die empfindliche Haut, die schon bei kleinen Reizen mit urtikariellen Symptomen reagiert, kann Betroffene im Alltag schwer belasten. Rote Stellen, starker Juckreiz und auch noch Quaddelbildung können die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Umso belastender ist die Hauterkrankung, wenn die Reaktion spontan auftritt und keinem speziellen Auslöser zugeordnet werden kann.

Bei der chronischen spontanen Urtikaria ist genau das der Fall: Die Urtikaria-Schübe entstehen spontan und ohne erkennbaren Auslöser. Hier ist eine Nesselsucht-Therapie durch den Hautarzt besonders wichtig, da die Patienten selbst nur wenig tun können, um den schwer erträglichen Juckreiz und die Schwellungen zu vermeiden.

Haben Sie Nesselsucht? Oder vermuten es? Hier finden Sie einen spezialisierten Hautarzt in Ihrer Nähe

Urtikarielle Symptome an der Hand
Novartis

Chronische spontane Urtikaria – so sieht die Nesselsucht-Therapie aus

Antihistaminika helfen der Hälfte der Patienten
Novartis

Wie der Name schon sagt, verläuft eine chronische spontane Urtikaria über einen längeren Zeitraum und ohne erkennbare Auslöser.

Die Betroffenen leiden über Wochen, Monate oder sogar Jahre unter ständigen Quaddel- und Juckreizattacken – und sind deshalb auf eine effektive medikamentöse Nesselsucht-Therapie durch den Hautarzt angewiesen.

Die Standardbehandlung mit einem Antihistaminikum bringt etwa 50 Prozent der Betroffenen eine Linderung der Symptome.1 

Spricht ein Patient auf die Gabe eines Antihistaminikums nicht an, kann der Arzt die Nesselsucht-Therapie mit anderen Wirkstoffen fortführen.

Für Menschen mit Urtikaria empfiehlt sich deshalb: Wenn die Erkrankung gar nicht oder nur wenig auf Antihistaminika anspricht, sollten sie zeitnah den Hautarzt aufsuchen.

Ob eine bestehende Urtikaria-Therapie ausreichend wirkt oder zeitnah beim Hautarzt auf ihre Wirkung hin geprüft werden sollte, zeigt der Urtikariakontrolltest – Patienten können ihn hier online selbst durchführen.

Was tun bei Nesselsucht? Mit bewusster Lebensweise die Urtikaria-Therapie unterstützen

Scharfe Gewürze, Kaffee und Alkohol können dazu beitragen, dass die Symptome der Urtikaria sich verstärken. Daher zählt die umfangreiche Aufklärung über die Erkrankung zu den Maßnahmen, die Patienten – neben der Nesselsucht-Therapie durch den Hautarzt – helfen können.

Die Betroffenen können durch ein verändertes Verhalten dazu beitragen, ihre Erkrankung zu lindern. Dabei ist es wichtig, dass sie sich nicht entmutigen lassen, denn manchmal sind es Kleinigkeiten, die für entscheidende Verbesserung sorgen.

Es lohnt sich, in einem Beschwerdetagebuch die Symptome sowie die täglichen Gewohnheiten und Aktivitäten festzuhalten. Dazu gehören neben den Ernährungsgewohnheiten auch die Jahreszeit, die allgemeine Verfassung und die Anforderungen des Alltags.

So lassen sich Zusammenhänge zwischen Lebensumständen und Nesselsucht-Symptomen besser verstehen, die medikamentöse Behandlung kann den Patienten individuell unterstützen.

Menschen, die unter Urtikaria-Symptomen leiden, sollten sich von ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen.

Haben Sie Nesselsucht? Oder vermuten es? Hier finden Sie einen spezialisierten Hautarzt in Ihrer Nähe

Scharfe Gewürze
Adobe Stock 74330107/photocrew
Tasse mit Kaffee
AdobeStock_77387459_Sarote

Quellen:

  1. Curto-Barredo L, Giménez-Arnau AM. Treatment of chronic spontaneous urticaria with an inadequate response to H1-antihistamine. In: G Ital Dermatol Venereol. 2019 ;154(4):444-456
  2. Patientenleitlinie Urtikaria des Global Allergy and Asthma European Network (GA2LEN). http://urticariaday.org/uber-urtikaria/patientenleitlinie-urtikaria. Zugriff am 09.07.2021.

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