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Die Nesselsucht oder Urtikaria ist eine der weltweit am häufigsten auftretenden Hauterkrankungen. Zur Behandlung der Nesselsucht werden vor allem Antihistaminika eingesetzt, um die belastenden Symptome wie quälendes Jucken und Quaddelbildung zu behandeln. Zusätzlich kann die Behandlung der Nesselsucht mit Hausmitteln unterstützt werden. So können die betroffenen Patienten selbst etwas tun, um ihren Gesundheitszustand zu verbessern.

Einige Nesselsucht-Hausmittel wie das Kühlen der Haut können das quälende Jucken lindern – und eine medikamentöse Therapie unterstützen.

Bewährte Nesselsucht-Hausmittel sind zum Beispiel kalte Umschläge, kalte Duschen und spezielle Kühlgels aus der Apotheke. Eine wohltuende Wirkung haben auch Umschläge mit Kamillen- oder Pfefferminzaufgüssen sowie kühle Vollbäder mit Backpulver und Kaisernatron.

Nesselsucht: Hausmittel können die Behandlung unterstützen

Die Nesselsucht kann viele verschiedene Auslöser haben – oft ist es nicht leicht, die auslösenden Substanzen oder Reize zu identifizieren. Das Meiden von möglichen Auslösern ist aber die beste Behandlung. Hier kann ein sorgfältig geführtes Beschwerdetagebuch helfen, verborgene Auslöser aufzuspüren. Die ergänzende Behandlung der Nesselsucht mit Hausmitteln kann helfen, die Beschwerden zu reduzieren und so die Lebensqualität zu verbessern. Wichtig ist, dass bei einer chronischen Form der Urtikaria, die länger als sechs Wochen besteht, auf jeden Fall ein Hautarzt konsultiert werden sollte. Bei Komplikationen wie Schluckbeschwerden oder Luftnot sollte man nicht zögern, sofort einen Notarzt zu rufen.

Kamillen- oder Pfefferminzaufguss beruhigt die Haut
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Beschwerde-Tagebuch und Hausmittel
Novartis

Nesselsucht: Was hilft gegen die quälenden Beschwerden?

Das wichtigste Nesselsucht-Hausmittel ist das Kühlen der Haut – viele Betroffene empfinden kühle Umschlage, eine kühle Dusche oder das Einreiben der Haut mit kühlenden Gels als sehr wohltuend. Umschläge können durch den Zusatz eines Kamillen- oder Pfefferminzaufgusses eine beruhigende Wirkung auf die gereizte Haut entfalten. Auch ein kurzes kühles Vollbad, dem Backpulver oder Kaisernatron zugesetzt wird, kann eine lindernde Wirkung auf die Nesselsucht-Symptome haben. Für Patienten mit Kälteurtikaria ist Kühlen natürlich nicht das richtige Mittel!1

Hausmittel gegen juckende Haut – das kann helfen

Ein weiteres Hausmittel gegen Nesselsucht ist beispielsweise Weinessig. Ob es verwendet werden kann, sollte unbedingt mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Weinessig bei Nesselsucht wirkt regulierend

Weinessig wirkt regulierend auf den pH-Wert, also den Säuregehalt, der Haut. Davon hängt ab, wie gut der Säureschutzmantel der Haut funktioniert. Eine Haut mit ausgewogenem pH-Wert ist besser in der Lage, auf Reizungen durch Nesselsucht zu reagieren.

Weinessig kann einen Bestandteil eines lauwarmen Bads bilden. Unter Umständen hilft es auch, verdünnten Weinessig (ein Esslöffel Essig auf einen Liter Wasser) auf gereizte Hautregionen zu tupfen. Diese Anwendung kann die Haut austrocknen.1

Darmsanierung als bewährtes Nesselsucht-Hausmittel

Die Darmsanierung oder Symbioselenkung ist ein Nesselsucht-Hausmittel, das unterstützend eingesetzt werden kann, um die Symptome in den Griff zu bekommen. Eine gesunde Darmflora besteht aus mehr als 400 verschiedenen Bakterienarten, die regulierend auf das Immunsystem einwirken und unter anderem verhindern, dass Krankheitserreger sich im Darm ausbreiten können, Schadstoffe eindringen oder Infektionen entstehen. Bei einer Darmsanierung werden zwei verschiedene Ziele verfolgt: Zum einen soll eine Darmsanierung helfen, den in der Darmschleimhaut ansässigen Teil des Immunsystems im Sinne einer Normalisierung positiv zu beeinflussen. Zum anderen soll durch eine Darmsanierung die Darmschleimhaut-Barriere wiederhergestellt werden, um unerwünschte Reaktionen auf Nahrungsbestandteile zu reduzieren. Die Symbioselenkung wird mit speziell aufbereiteten Mikroorganismen (Probiotika) durchgeführt, die täglich eingenommen werden. Hier kommen insbesondere Bifidobakterien und Lactobazillen zum Einsatz.2 Besonders wenn Urtikaria-Patienten in der Vergangenheit öfter Antibiotika einnehmen mussten oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten als Auslöser der Symptome identifiziert wurden, kann die Behandlung mit einem Probiotikum sinnvoll sein. Da es eine große Auswahl an Probiotika mit verschiedensten Mikroorganismen gibt, ist es hilfreich, sich vom Arzt oder Apotheker beraten zu lassen, um ein individuell geeignetes Präparat zu finden.

Darmsanierung oder Symbioselenkung als Nesselsucht-Hausmittel
Novartis

Quellen:

  1. Internetseite des Urtikaria Network e. V.: Tipps und Tricks - Beschwerden lindern. URL: http://www.urtikaria.net/de/fuer-betroffene/tipps-tricks.html. Zugriff am 01.Oktober 2020.
  2. K. Widhalm, M. Miklautsch: Ernährungsmedizin: mit 219 Tabellen. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 2009, S. 484f.