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Welt-Urtikaria-Tag 2017 – Nesselsucht? Kein Grund aufzugeben!

  • Der Welt-Urtikaria-Tag 2017 will über chronische Nesselsucht informieren und die Betroffenen motivieren, ihren Hautarzt nach möglichen Therapie-Optionen zu fragen.
  • Obwohl mehr als 800.000 Menschen in Deutschland unter chronischer Nesselsucht leiden, erhielt die Erkrankung bisher kaum Aufmerksamkeit. Viele Patienten resignieren wegen vergangenen, unzureichenden Behandlungserfolgen und gehen nicht mehr zum Hautarzt – obwohl die Symptomfreiheit mittlerweile das offizielle Behandlungsziel ist.

Chronische Nesselsucht ist eine Erkrankung, die durch das plötzliche Auftreten von juckenden Quaddeln und Schwellungen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränkt. Leider ist die chronische Urtikaria eine Erkrankung, die bisher kaum Aufmerksamkeit erhält. Am 1.10.2017 ist Welt-Urtikaria-Tag – zum dritten Mal möchten Patienten, Angehörige, Ärzte und Forscher mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen über das Krankheitsbild informieren und dazu motivieren, die Suche nach einer Lösung nicht aufzugeben.

Welt-Urtikaria-Tag will aufklären und motivieren

Der Welt-Urtikaria-Tag möchte aber auch Mut machen: Finden Sie sich nicht mit Ihrer Erkrankung ab! Wenn zum Beispiel Antihistaminika nicht helfen, fragen Sie Ihren Hautarzt – auch im Bereich der Behandlung chronischer Nesselsucht- gibt es Fortschritte und neue Ansätze und das Therapieziel ist Symptomfreiheit.

So empfiehlt die aktuelle Leitlinie zur Behandlung der Urtikaria eine Drei-Stufen-Therapie. Sie beginnt mit einem Antihistaminikum – und falls der Patient darauf nicht anspricht, kann der Arzt andere Wirkstoffe verordnen.

Unberechenbar: Chronische Urtikaria beeinträchtigt die Lebensqualität

Die chronischen Formen der Nesselsucht belasten die Erkrankten stark: Der intensive Juckreiz und die Quaddelbildung führt bei Menschen mit Urtikaria häufig zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen, was die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigt.

Bei der chronischen spontanen Urtikaria macht den Erkrankten vor allem die Unberechenbarkeit zu schaffen, mit der die Symptome auftreten.

Ein Teil der Menschen mit chronischer Urtikaria leidet außerdem unter langanhaltenden Schwellungen, den sogenannten Angioödemen, die die Lebensqualität zusätzlich beeinträchtigen; zumal diese Schwellungen oft an Augen und Lippen auftreten.

Im therapeutischen Niemandsland – viele Patienten haben bereits aufgegeben

Laut einer Online-Umfrage haben viele Menschen mit chronischer spontaner Nesselsucht bereits aufgegeben – sie gehen nicht mehr zum Arzt, da die bisherige Behandlung die Symptome der Urtikaria nicht ausreichend verringern konnte.1

Nur etwa 40 Prozent der Umfrageteilnehmer, die zum Zeitpunkt der Befragung Beschwerden aufwiesen, befanden sich in ärztlicher Behandlung. Die Resignation bei den Patienten, die seit mehr als 15 Jahren unter Nesselsucht litten, war noch stärker ausgeprägt: 74 Prozent nahmen keine ärztliche Hilfe in Anspruch. Auch von denen, die ganzjährig unter Symptomen leiden, waren nur 38 Prozent in ärztlicher Behandlung.1

Doch der Therapiefortschritt ist beachtlich: Für Menschen mit schweren chronischen Nesselsuchtverläufen ist es deshalb ratsam, sich an einen spezialisierten Hautarzt zu wenden und sich über alle zugelassenen Therapieformen zu informieren.

Quellen
1 Maurer, M et al.: ATTENTUS, a German survey of chronic urticaria patients highlighting the burden of disease unmet needs and real-life clinical practice. Brit. J. Dermatol. 2016: 174; 892-894.