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Nesselsucht mit Creme und Co behandeln: Was hilft äußerlich auf der Haut?

  • Die Behandlung der Symptome einer Nesselsucht mit Cremes, Lotionen, Gele oder Salben spielt nur eine untergeordnete Rolle. Es gibt keine Nesselsucht-Creme, die den Ausschlag verschwinden lässt – aber gegen den brennenden Juckreiz können antihistaminhaltige Cremes, Salben, Gele und Lotionen mit schmerzbetäubenden Wirkstoffen helfen.
  • Bei chronischen Krankheitsverläufen (über 6 Wochen) verschreiben Hautärzte meist Medikamente in Form von Tabletten oder Injektionen. Die bei vielen Allergien wirksamen Kortison-Salben gelten bei der Urtikaria-Behandlung als nicht hilfreich. Eine sanfte Hautpflege kann die Regeneration der Haut unterstützen.

Leichte akute Nesselsucht-Formen verschwinden oft binnen weniger Stunden oder Tage wieder von allein.1 Neben kühlenden Umschlägen können Cremes, Salben, kühlende Gele und Lotionen mit Antihistaminika oder schmerzbetäubenden Wirkstoffen den Juckreiz lindern. Bei der Auswahl von Hautpflegeprodukten müssen Nesselsucht-Patienten besondere Sorgfalt walten lassen. Bei starken oder wochenlangen Beschwerden muss ein Hautarzt aufgesucht werden.

 

Nesselsucht per Creme mit Antihistaminikum behandeln

Antihistaminika hemmen den Einfluss des körpereigenen Gewebshormons Histamin, das für die Nesselsucht-Symptome wie Hautrötung, Juckreiz und Quaddelbildung verantwortlich ist.

Bei einer chronischen Nesselsucht verschreibt der Hautarzt in der Regel eine innerliche (systemische) Therapie – entweder mit Tabletten, die Antihistaminika enthalten, oder mit Injektionen, die sogenannte Biologika  enthalten.

Für die äußerliche Anwendung auf der Haut eignen sich Nesselsucht Cremes, Salben und kühlende Gele, die Antihistaminika enthalten. Sie können die Linderung des Juckreizes unterstützen.

Da nur Bruchteile des Wirkstoffes dort ankommen, wo die Wirkung einsetzen soll, sind sie allerdings nicht so wirksam wie ein als Tablette eingenommenes Antihistaminikum. Dafür haben die Salben und Gele aber keine systemischen Nebenwirkungen.

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Menthol, Harnstoff & Co: Cremes, Salben, Gele und Lotionen bei Nesselsucht

Menthol-Präparate wirken durch ihren erfrischenden und kühlenden Effekt gegen den Juckreiz. Das Menthol regt die Kälterezeptoren in der Haut an, führt so zu einer vorübergehenden Kontraktion der Gefäße mit nachfolgender Erweiterung. Das so erzeugte Kältegefühl vermindert den Juckreiz und Schmerz. Eine Zugabe von Zinkoxid kann diesen Effekt noch verstärken, führt aber zu einer weißlichen Schicht auf der Haut.2 

Bei Nesselsucht können Cremes mit leicht oberflächenbetäubenden Wirkstoffen wie Polidocanol oder Harnstoff den Juckreiz lindern.

Die bei vielen Allergien hilfreichen Kortison-Salben entfalten bei einer Nesselsucht dagegen keine ausreichende Wirkung und werden für die äußerliche Anwendung auf der Haut als Creme gegen Nesselsucht nicht empfohlen.

Pflanzenheilkunde: Bittersüßstängel als Creme gegen Nesselsucht-Juckreiz

In der Apotheke finden Patienten einige Präparate mit pflanzlichen Wirkstoffen, die den Juckreiz lindern können.

Darunter fällt auch der Bittersüßstängel, ein Nachtschattengewächs, dessen Extrakt in der Naturheilkunde zur Behandlung von Ekzemen eingesetzt wird. Bei akuter Nesselsucht kann eine Creme mit dem Extrakt des Bittersüßstängels helfen, den Juckreiz zu lindern.3

Sanfte Hautpflege unterstützt die Nesselsucht-Therapie

Mit einer sanften Hautpflege können Nesselsucht-Patienten die Regeneration ihrer Haut unterstützen und neuen Schüben vorbeugen.

Für Frauen stellt die Nesselsucht eine besondere Herausforderung dar: Sie macht die Haut äußerst anspruchsvoll, sodass Make-up- und Pflegeprodukte sorgfältig ausgewählt werden müssen. Je weniger Inhaltsstoffe in den Kosmetikprodukten stecken, desto besser.

Duft- und Konservierungsstoffe können Hautreaktionen hervorrufen, auch pflanzliche Inhaltsstoffe in Cremes können bei Nesselsucht die Haut zusätzlich reizen. Wer die individuellen Auslöser seiner Nesselsucht kennt, kann diese Stoffe meiden.

Generell gilt: Hat man ein Produkt gefunden, auf das die eigene Haut unempfindlich reagiert, sollte man am besten dabei bleiben. Ständiges Wechseln von verschiedenen Marken und Herstellern setzt die Haut unnötig unter Stress.

Wer sich unsicher fühlt, sollte sich beim Hautarzt oder in der Apotheke beraten lassen, welche Pflege- und Kosmetikprodukte bei einer Urtikaria geeignet sind.

Quellen:

1 T. Zuberbier, W. Aberer, R. Asero, et al.: The EAACI/GA2LEN/EDF/WAO Guideline for the definition, classification, diagnosis, and management of urticarial. Allergy 69 (2014); 868-87.
2 Urtikaria-Network e.V.: Tipps und Tricks: Beschwerden lindern. URL: http://www.urtikaria.net/de/fuer-betroffene/tipps-tricks.html. Zugriff am 9 November 2017.
3 Apotheken.de: Nesselsucht. URL: http://www.apotheken.de/gesundheit-heute-news/article/nesselsucht/. Zugriff am 9. November 2017.